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Presse

Raphaela Gromes und Julian Riem begeistern bei Winners & Masters im Gasteig

Für Kammermusiker ist der Kleine Konzertsaal herausfordernd. Mit einem Konzertflügel hat man hier auch im vollbesetzten Saal den Partner, ehe man sichs versieht, vom Podium gefegt. Die Cellistin Raphaela Gromes und der Pianist Julian Riem erkennen das Problem bei Winners & Masters sofort - und lösen es umgehend: Nicht jedes Forte ist bei Beethovens D-Dur-Sonate op. 102/2 eingangs schon perfekt austariert. Doch erstens passt der kernige Eindruck sehr gut, zweitens nehmen die beiden die leiseren Passagen so effektvoll zurück, dass an lebendiger Dynamik kein Mangel herrscht. Und schon das Adagio gelingt hinreißend. Nicht weil Gromes und Riem süße Lyrik vergießen würden, sondern weil sie ganz im Gegenteil sowohl eine gewisse Kühle zulassen, als auch die Erinnerung an die dezidierte Klangwelt des ersten Satzes lebendig halten.

Das zweite Werk stammt aus der Feder von Richard Dünser. Praktischerweise ist der im Saal und erläutert seine Ideen. Vertont ist Hieronymus Boschs Triptychon "The garden of desires": Erschaffung der Welt, Paradies, Garten der Lüste, Hölle. Dieses Programm im Kopf, werden die Sphärenakkorde, die Sanftmut, das kalte Flageolett und die heftige Motorik zum assoziativen Erlebnis. Martinůs Variationen über ein Thema von Rossini runden mit ihrem feingliedrigen Stimmungsreichtum diese Programmhälfte ab und leiten, von Gromes brillant gespielt, zur Celloversion der mächtigen A-Dur-Sonate von César Franck nach der Pause über. Ein spätromantisches Prachtmonster: Schon im ersten Satz könnte man sich inbrünstig in die selige Melodik und die üppigen Akkorde stürzen - und darin ersaufen. Das Stück ist lang und seine atemlose Intensität lässt nicht nach. Gromes und Riem wahren deshalb gekonnt die Contenance, beginnen herrlich dezent, spielen mit absoluter Klangkontrolle, genießen, sind aber nie zu schwelgerisch. Großartig musiziert.

Süddeutsche Zeitung, 17.05.2015

Im Garten der Lüste - Boschs Bild mit Cello und Klavier

Extreme Ausdrucksbereiche durchschritten Interpreten und Programm in einem Konzert des Leopold-Mozart-Zentrums (LMZ). Die 24-jährige Cellistin Raphaela Gromes und Pianist Julian Riem ließen es weder an intelligenter Werkauslegung noch an Schönklang und Virtuosität fehlen. Das Münchner Duo faszinierte im bestens gefüllten Saal mit Klassik und Romantik ebenso wie sie einer bildhaften Moderne starken Ausdruck verliehen.

In Beethovens Sonate op. 102,2 modellierten sie plastisch die komplexe Formensprache dieses Spätwerks, mit ihren fugierten Konstruktionen, den fahl schmerzlichen Stimmungen. Dabei formte Riem, Dozent am LMZ und Echo-Preisträger, ein Klangbett, in dem sich Exaktheit und Extase die Waage hielten. Gromes’ wunderbar variabler Cello-Ton durfte bei César Francks Sonate noch leidenschaftlicher glühen – ein von ihr mit enormem Gefühlsspektrum ausgebreitetes, aber auch analytisch klar disponiertes Stück großer Romantik. Zwischen den beiden berühmten Werken vollzog das Duo abenteuerliche Musikexzesse.

In „The Garden of Desires“ des Wieners Richard Dünser (*1959) durchwandern Cello und Klavier mit allen Mitteln kompositorischer und instrumentaltechnischer Raffinements (Cello!) die Szenen von Hieronymus Boschs Bild „Garten der Lüste“. Schweflig brütende Klänge, sphärisches Glitzern, messerscharfe Attacken, lockend süße Melodielinien beschwört die apokalyptische Vision.

Mit einem weiteren – ein wenig anders gelagerten – Höllenritt beschworen sie die lustvolle Virtuosität der Rossini-Variationen von Bohuslav Martin. Federleicht, fast lächelnd tanzte sich Raphaela Gromes mit ihrem Cello durch dieses Spektakel. (me)

Augsburger Allgemeine, 04.05.2015

„[...] sind Raphaela Gromes und Julian Riem klassische Musiker ohne Kompromisse. Doch die Wirkung, die gerade die Strenge der Beiden in der eher lockeren Atmosphäre des Clubs entfaltet, ist ungemein erfrischend. Strauss‘ frühe Violoncello-sonate und vor allem Bohuslav Martinůs „Variationen über ein Thema von Rossini“ gestaltet Gromes melodieführend, auf eine ungemein überzeugende Art ergreifend und dennoch mit dem nötigen Schalk und der Distanz, die ein Werk, das eine derart bekannte Melodik benutzt, braucht. So lässt sie Rossinis Thema in verschiedenen Versionen - mal brummend wie ein Insekt, mal kantabel und betörend - auftauchen. Und dazwischen zeigt sich im Zusammenspiel mit Riem, der auf matschiges Pedal-Übermaß verzichtet, Verständnis für die Klarheit und die Kühle im Ausdruck der Moderne. Subtil sind diese Variationen als letztes Stück des Abends gut ausgewählt.

Immerhin spiegelt sich in der musikalischen Form der Variation das gleiche Prinzip, das in der modernen elektronischen Musik mit dem Sampling benutzt wird. Und Gromes versteht es eben, die Variation des Themas auch klang- und spielästhetisch so facettenreich zu gestalten, dass die Samples, respektive die Motive als solche erkennbar bleiben und dennoch in ihrer melodischen Zugänglichkeit auch ganz unmittelbar emotional wirken können. Für das normale Club-Publikum ist diese Musik natürlich erst einmal ungewohnt. Der überschwängliche Applaus jedoch belohnt die Künstler und bestätigt das Konzept. Im Publikum durchmischen sich dabei ältere Klassik-Kenner, junge Klassik-Enthusiasten und vereinzelt eben auch ein paar typische Pop-Club-Besucher zu einer recht ordentlichen Masse. Dass während den Konzerten herumgelaufen wird, und der Klang - der auch erstaunlich warm, breit und trotzdem differenziert ist - von verschiedenen Perspektiven gehört werden kann, trägt zur Klassik-Erfahrung der anderen Art bei.“

Süddeutsche Zeitung, 09.08.2008

[...] Markus Wolf (VollrathStradivari von 1722) und Julian Riem (Bechstein Flügel von 1862) haben schon einmal einen Aufsehen erregenden Brahms eingespielt: als Teil des Münchner Horntrios mit Johannes Dengler. Nun legen sie mit den selben Instrumenten Violinsonaten von Brahms, Franck und Grieg vor. Und wieder gelingt es ihnen (ganz besonders bei Brahms’ op. 108) die zwingende, aber spröde Logik des Werks so zu übersetzen, dass völlig neue Einblicke entstehen. Nicht elegisch, sondern zügig, voll fiebriger Energie, dabei perfekt ausgefeilt, packen sie den Kopfsatz des dMollWerkes an. So erregend sind die pochenden Repetitionen über dem Orgelton A kaum einmal gelungen. Dieses Kalkül geht auch im Adagio auf: Vibrato und große Geste ja, Schmalz nein. Im atemberaubenden dritten Satz sowieso, dem die beiden – ungewöhnlich, aber plausibel - attacca das Finale Presto agitato folgen lassen. Abgerundet wird die CD mit Franck und Grieg, genauso sorgfältig, nebenstimmengenau, leidenschaftlich, rhythmisch präsent. Ganz groß. hwe Violinsonaten Erregend Brahms/Franck/Grieg: Violinsonaten, Farao Classics Lohnende Entdeckung.“

Kultur Stuttgarter Zeitung, 07.10.2014

„[...] Die Erzgebirgische Philharmonie Aue überzeugte mit Tschaikowski und Rachmaninow unter der Stabführung von GMD Naoshi Takahasi sowie mit dem exzellenten Solisten Julian Riem [...]. Nicht anders [nämlich in Höchstform gespielt] verhielt es sich mit der Rhapsodie über ein Thema von Paganini, das Sergej Rachmaninow für Klavier und Orchester bearbeitet hatte und am vergangenen Montag vom Pianisten Julian Riem mit Kraft, Eleganz und Brillanz interpretiert wurde. Der aus München stammende weltläufige Künstler, der zur Zeit, neben seiner umfangreichen Gastspieltätigkeit, als Lehrbeauftragter an der Musik­hochschule seiner Heimatstadt und am Augsburger Leopold-Mozart-Zentrum wirkt, bot ein Feuerwerk an Rhythmen und Klangfarben, wie sie – trotzt der italienischen Motivvorgabe – offenbar nur russischer Musik zu eigen sein kann. Mit stürmischen Applaus, Bravos und einer Zugabe bedankte sich das Publikum bei diesem Jungen Pianisten, dem man auch weiterhin eine überaus erfolgreiche Künstlerlaufbahn voraussagen kann.“

Annaberger Wochenblatt, 28.03.2012

„[...] Das Highlight des Gabentisches war aber zweifellos Manuel de Fallas "Nächte in spanischen Gärten", zu dem der Münchner Klaviervirtuose Julian Riem verpflichtet werden konnte [...] - eine geradezu fesselnde Interpretation“

Vogtlandanzeiger, 20.12.2010

„[...] erwies sich der junge Münchner Pinaist Julian Riem als Glücksfall. Mit ungemein variablem Anschlag, virtuoser Technik und feinem Ohr fürs Orchester landete der Stipendiat des Deutschen Musikwettbewerbs mit dem bei weitem nicht dem klassichen Typus entsprechenden Klavierkonzert einen beeindruckenden Erfolg.“

Freie Presse, 18.12.2010

„Überragendes Eröffnungskonzert des “Ebracher Musik­sommers” ... Der junge Julian Riem glänzte mit geschmeidi­gem, unforcier­tem Anschlag. Blitzsaubere Technik, Klang­­schönheit und zarte Tongebung beherrschten sein Spiel, Tugenden, die vor allem im lyrischen Mittelsatz gefragt sind. Zupackend, mit rhythmischer Prägnanz, seine Gestaltung des Eingangssatzes. Die “Philharmonie Festiva” unter Gerd Schaller wusste der Partitur dramatische und effektvolle Seiten abzugewinnen.“

Die Kitzinger, 04.05.2010

„Als Solist hörte man den Pianisten Julian Riem, der die charakteristische Musikwelt des Joseph Haydn im „Konzert für Klavier und Orchester D-Dur Hob XVIII:11“ meisterhaft darstellte. Mit großartigem Spiel zeigte sich Riem als Vertreter der jüngeren Pianistengeneration. Eleganz und Spielfreude prägten besonders den letzten Satz, das Rondo all‘ Ungarese sprühte vor Temperament.“

Grevener Zeitung, 13.12.2009

„Den Solopart im vierten Klavierkonzert Ludwig van Beethovens bestritt der Münchner Julian Riem und nahm schon in den heiklen, herrlich pastell getönten Anfangstakten nachdrücklich für sich ein. [...] Antwort und Umspielungen des Solisten überwölbten delikat den Orchesterpart. Dramatische Suggestivkraft besaß dann die berühmte "Orpheus-Szene" im Andante, wo der Solist mit melancholischem Gesang die dazwischen fahrenden Streicher zu ignorieren scheint, sie letztendlich besänftigt. Da gab es viel Variabilität im Lyrisch-Leisen, im gepfeffert gebotenen Finalsatz dann pointiert-witzige Effekte. Begeisterter Beifall ließ Riem in Debussys reizender Czerny-Persiflage [...] nochmals über den Steinway fegen.“

Straubinger Rundschau, 13.07.2009

„Mit gewaltiger Konzertanz eröffnete Riem im Allegro, wechselte dann aber im Minnelied des Variationsandante zu luftgeisterhaf­ten Klangfluten, die sich bis zur triumphalen Melodik steigerten.“

Süddeutsche Zeitung, 09.08.2008

„Hierzu passten bestens ein auf die Schreckens-Gorgone "Evryali" bezogenes Klavierstück von Iannis Xenakis mit wilden Kaskaden und abrupten Erstarrungsmomenten (hervorragend: Julian Riem)“

Süddeutsche Zeitung, 02.06.2008

„Dieses technisch höchst anspruchsvolle Getöse derart selbst­verständlich, präzise und unmaniriert zu meistern, wie dies vor allem Pianist Julian beim Kammerkonzert des Bayerischen Staats­orchesters in der Allerheiligenhofkirche gelingt, ist schon ein Meisterstück.“

Süddeutsche Zeitung, 27.03.2007

„[…] das Konzert des jungen Geigers David Schultheiß und seines Begleiters Julian Riem im Auditorium des Siemens-Forums ist hervorragend. […] Gelungen stellen die Musiker die zerklüftete Violinstimme dem aus einer Figur herausdestillierten Fluss des Klaviers gegenüber.“

Süddeutsche Zeitung, 23.03.2007

„So zeitigte diese Matinee [...] jede Menge Glanzpunkte und vermittelte Entdeckungen zuhauf: zum Beispiel, dass der junge Münchner Pianist Julian Riem und Markus Wolf, langjähriger erster Konzertmeister des Staatsorchesters, zwei ganz ausgezeichnete, blitzsaubere Kammermusiker sind, die mit Ernst und Hingabe die Stücke spielen.“

Süddeutsche Zeitung, 07.07.2006

”Als weiteres Highlight stellten Markus Wolf, 1. Konzert­meister am Münchner Nationaltheater, und der Pianist Julian Riem César Francks Sonate in den Raum, beiden Instrumenten wirkungsvoll auf den Klangleib geschrieben. In konzertant großer Geste schlug sich unter Wolfs bedingungs­loser Hingabe Francks kühner Spannungsbogen nieder, der im brilliant gestalteten Klavierpart seine Entsprechung fand. [...] Beiden glückte ein glänzender Steigerungs­prozess.“

AZ München, 24.01.2006